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Checklist für Anfänger zur Linux-Installation mit Schwerpunkt openSUSE 11.1 / openSUSE 11.2 und KDE 3.5 / KDE 4

Nachdem ich bei einer Neuinstallation einer Distribution immer überlegen muss, was ich denn alles tun muss, habe ich mich entschlossen mir die Zeit zu nehmen und alles nieder zu schreiben, das mir dazu einfällt. Die Ausführungen sind auf meine Situation (1 Client in einem Netzwerk) ausgerichtet, aber ich denke, dass besonders für Anfänger, die eine oder andere Anregung mit einem Stand--alone-PC dabei ist. Wichtig ist, dass man es als Anregung versteht. Es gibt sicher Situationen, wo eventuell genau das Gegenteil sinnvoll ist.

Eine Linux-Installation ist genau so leicht wie eine Windows-Installation, vorausgesetzt die Hardware wird unterstützt, das aber in der Regel für die Komponenten eines „Standard-Heim-PCs“ angenommen werden kann, wenn es den Rechner etwa ein halbes Jahr alt ist. Die meisten Schritte der Installation sind einfach „ok und weiter“.

openSUSE LogoIch nehme in meinem Beispiel eine Installation von openSUSE 11.1 oder  openSUSE 11.2 an und setze Grundkenntnisse voraus. Es geht mir darum eine Liste der Dinge zu erstellen, die zwar grundsätzlich klar sind, auf die man bei einer Neuinstallation und vor allem bei der Konfiguration gerne vergisst. Dies ist nicht als detaillierte Anleitung einer Linux-Installation unter openSUSE gedacht. Es geht nur um Überlegungen, die ich mir bei einer Installation mache.

Grundsätzlich ist die automatische openSUSE-Installation auf „wird schon funktionieren“ ausgerichtet. In vielen Fällen wird das auch gut gehen. Ich ziehe aber eine „nicht automatische“ Installation vor, da so einige Dinge über den PC und das System angezeigt werden, die ich sonst nicht sehen würde. Man kann dann ja noch immer den automatisch erstellten Vorschlag übernehmen.

 

 

Damit interne Geräte default werden, sollte man zur Installation

Peripheriegeräte (zB USB-Sound) abstecken,

damit die internen Geräte an 1. Stelle gereiht sind.

Es ist sehr wichtig, dass man die Kommentare während der Installation genau liest und nicht „blind“ auf weiter drückt. Ziemlich am Anfang der Installation, also:

„Automatische Konfiguration verwenden“ deaktivieren
„Rechneruhr ist auf UTC gestellt“ deaktivieren (Logs sind dann leichter lesbar)
Desktop-Manager bei 11.1 unter „weitere“ KDE 3.5 auswählen (KDE 4 wird später installiert)


openSUSE 11.1 PartitionierungBald danach geht es um die Partitionierung der Festplatte. Den Vorschlag fand ich noch nie annäherend brauchbar. Um den Expertenmodus kommt man nicht herum und man muss sich genau überlegen was man will. Das hängt natürlich auch von der Größe der vorhandenen Festplatte ab. Meiner Meinung nach ist das der schwierigste Punkt der Installation.

Wenn reichlich Platz vorhanden ist, dann sollte man Platz für 2 oder mehr Distributionen vorsehen. Mittlerweile ziehe ich es vor eine stabile Variante zu verwenden, das ist eine Distributionsnummer vor der aktuellen, zur Zeit also openSUSE 11.1 und eine experimentelle, mit openSUSE 11.2 und KDE-Factory. In der Regel reicht die „alte“ Version für normales Arbeiten völlig. Geht es um spezielle Dinge, dann ziehe ich dic „Factory“-Variante vor, da hier schon mehr Features implementiert sind und sehr oft läuft das auch ohne Probleme. Bei Terabyte-Festplaaten sollten 10-20 GB für eine weitere Distribution kein Thema sein. Wer Windows auch installieren will, sollte zuerst Windows installieren, denn dann wird der Bootmanager gleich so eingerichtet, dass  man nicht manuell nachkonfigurieren muss. 2 verschiedene openSUSE-Distributionen werden automatisch in den Bootmanager integriert, andere Linux-Distributionen wie z.B. Debian oder Kubuntu ignoriert openSUSE bei der Installation. In diesem Fall ist es am einfachsten alle anderen Betriebssysteme vor openSUSE zu installieren und später mit YaST die anderen Linux-Distributionen einzubinden. Die „eigenen Daten“ gibt man in eine separate Partition und nicht in das „Home-Verzeichnis“.  Das hat den Vorteil, dass bei einer Neuinstallation diese Partition unberührt bleiben kann. Im „Home-Verzeichnis“ habe ich nur meine Emails und Dateien, die ich vorübergehend brauche.

Partitionsbasierend
Partitionsaufbau erstellen
Benutzerdefinierte Partitionierung (für Experten)

Dann wählt man die Festplatte (z.B. /dev/sda) aus. Man bleibt also nicht in der Übersicht, da es von hier etwas schneller ist. Ohne Maus wechselt man über die „Einfg-Taste“ über den Cursorsymbolen zur gewünschten Festplatte.

Diese grundsätzlichen Überlegungen muss man sehr gut planen. Ich finde es am besten wenn man Distributionsversionen „rotieren“ kann, so hat man immer eine stabile Variante mit der man arbeiten kann und eine experimentelle, mit der man sehen kann, was kommen wird.

Eine Partionsverteilung könnte also so aussehen. In Klammern eine Größe, die mir reicht.

primäre Partitionen:

  • Windows (nicht verwendet)
  • Boot-Partition der stabilen openSUSE-Distribution (100 MB Reiser)
  • Swap-Partition (RAM + etwas mehr)
     

Erweiterete Partition:

  • FAT 32-Partition zum Datenaustausch mit Windows (Größe nach Bedarf)
  • Boot-Partition der experimentellen openSUSE-Distribution (100 MB Reiser)
  • Boot-Partition einer weitere Linux-Distribution (100 MB Reiser)
  • Root-Partition der stabilen openSUSE-Distribution (16 GB XFS)
  • Root-Partition der experimentellen openSUSE-Distribution (16 GB XFS)
  • Root-Partition einer weiteren Linux-Distribution (16 GB XFS)
  • Home-Verzeichniss(e) dazu (16 GB XFS)
     

Danach in der erweiterten Partition:

  • „Backup“-Partition (16GB)
  • Daten-Partition
  • Installationsdateien-Partition
  • Foto-Partition
  • Video-Partition
  • Musik-Partition


Es empfiehlt sich bei der Partionierung den Partitionen eine Bezeichnung zu geben, dann sieht man bei der nächsten Installation um welche Partition es sich handelt. Ich verwende dazu den Mountpoint ohne / und in Großbuchstaben:

FSTAB-Optionen / Volume-Kennung

Problem der Partitionierung ist, dass man es nie abschätzen wird können wie man den Festplattenplatz optimal verteilt und irgendwann wird die eine Partition zu klein, während auf der anderen noch genug Platz wäre. Der Vorteil der Partitionierung aber ist, dass bei einem zerstörten Dateisystem die anderen Partitionen davon nicht betroffen sein können. Notfalls kann man ja die letzten Partitionen löschen, neu partitionieren und von der Sicherung auf der externen USB/eSATA-HD zurückkopieren. Aus diesem Grund gebe ich meine „eigenen Daten“ an den Schluss. Meine root-Partition braucht etwa 7GB, wenn all die unten angeführten Pakete installiert sind. Da habe ich also bei 16 GB genügend Reserve und kann auch eine DVD in das /tmp-Verzeichnis auslesen.

Nach meinen Erfahrungen ist die größte Wahrscheinlichkeit, dass man eine Sicherung benötigt, ein menschlicher Fehler und kein Hardware-Defekt. Daher habe ich auf einer „Backup“-Partition ausgewählte Dateien in komprimierter Form. Bei einer defekten Festplatte oder Blitzschlag nützt dieses „Backup“ zwar nichts, in der Praxis hat man aber darauf schnell Zugriff und braucht die externe Sicherung nicht anrühren.

 

Nun wird ein neuer Benutzer erstellt und hier sind die Voreinstellungen zu korrigieren.

Wer wohl auf die idiotische Idee gekommen ist als Voreinstellung die Passwort-Abfrage für den Benutzer zu deaktivieren? Wozu denn dann überhaupt ein Passwort, wenn es gar nicht abgefragt wird? Wenn man dann noch „Dieses Passwort für Systemadministrator verwenden“ aktiviert, dann braucht man sich über nichts mehr zu wundern. Ich ziehe es vor bei der Installation ein ganz simples Passwort zu verwenden und es später mit „passwd“ zu ändern. Irren ist menschlich und ich setze ein gutes Passwort erst, wenn ich über „Keys“ auf den Rechner zugreifen kann. Bei nur einem Rechner macht das natürlich keinen Sinn. Ganz wichtig ist es also

Automatische Anmeldung deaktivieren
Dieses Passwort für Systemadministrator verwenden kann man aktivieren, wenn man es später sowieso ändert
Systemmail empfangen aktivieren

Die folgende Information bei einem schlechten Passwort finde ich immer amüsant, wo doch voreingestellt ist, dass man sich ohne Passwort anmelden kann.

openSUSE 11.1 PaketinstallationBei den Installationseinstellungen könnte man einiges gleich ändern, mehr Pakete hinzufügen, usw. Das mache ich aber erst später, denn dann kann man das automatisieren und die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass Pakete durch ein aktuelleres Paket oder anderes Repository sowieso getauscht werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass bei einer individuellen Installation Fehler auftreten ist größer und dann muss man eventuell von vorne anfangen. Ich mache daher möglichst eine Standardinstallation und die läuft in der Regel durch. Somit mache ich auch später

während der Installation keinen „Internet-Test“ und kein Update.

Es ist mir schon passiert, dass während des Updates die Internetverbindung zusammenbrach, der Download eines Paketes nicht korrekt war, etc. So etwas passiert selten, kommt aber vor.

Nachdem alle Pakete installiert wurden, kommt bei einer „nicht automatischen Konfiguration“ die Frage nach dem Hostnamen. Ich werwende keinen DHCP-Server, daher trage ich den Hostnamen und den Domänenname selber ein. Ich verwende dafür eine kostenlose Subdomain von eu.org, priv.at oder dyndns wäre beispielsweise auch eine Möglichkeit und aktualisiere mit dem „ddclient“ über zoneedit. Damit kann der Rechnername auch aus dem Internet augelöst werden.

„Hostnamen über DHCP ändern“ deaktivieren


Danach sind die Firewalleinstellungen zu überlegen. Im lokalen Netzwerk deaktiviere ich die Firewall vollständig. Da ich einen lokalen Proxyserver (squid) habe, konfiguriere ich diesen auch gleich

Firewall (Achtung bei 11.2 ist der sshd nach der Installation nicht aktiv)
Proxy-Server einrichten


Wie bereits erwähnt, trachte ich danach während der Installation möglichst wenig zu ändern. Somit spare ich mir den Internet- Test

„Teste Verbindung zum Internet überspringen“


Da meine Internetverbindung aber funktioniert, werden trotzdem Repositories heruntergeladen und das ist auch kein Problem, da ich ja keine Aktualierung zulasse.

Aktualisierung überspringen


Ich überprüfe, ob die Hardware richtig erkannt wurde und nun ist nach einigen Bestätigungen die Installation fertig und die Konfiguration beginnt. Das war nicht besonders schwierig, wenn man sich klar ist, was man will. In meiner Checklist für Anfänger zur Linux-KONFIGURATION mit Schwerpunkt openSUSE 11.1 / openSUSE 11.2 und KDE 3.5 / KDE 4 geht es nun weiter. Da wird es etwas anspruchsvoller.