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Welches Content-Management-System (CMS): Drupal oder Joomla!

Nachdem es mir zu viel Aufwand wurde meine Homepages mit einem Editor mit Syntax-Highlighting, wie scite, (g)vim oder KWrite zu erstellen, kam ich auf die Idee ein Content-Management-System (CMS) zu verwenden. Die entscheidende Frage war natürlich, welches CMS am besten meinen Vorstellungen entspricht. Und schon wurde mir klar, dass ich gar nicht genau wusste, was mir wichtig ist. Was das CMS unbedingt können muss und wo ich bereit bin Kompromisse einzugehen.

Für mein Blog verwendete ich bereits Serendipity, hier hatte ich also keine besonderen Wünsche. Ein Forum war mir auch nicht wichtig, da ich zur Zeit keines betreiben will, aber das könnte irgendwann ein Thema werden. Benutzerrechte sind bei den meisten Homepages nicht wichtig, da ich die einzige Benutzerin bin. Bei einem CMS will ich die Rechte aber schon einschränken können, da dort auch Freunde schreiben dürfen. Mittlerweile bin ich der Meinung, dass man mit einem CMS arbeiten muss, um zu wissen, was es können soll. Wie so oft, der Haken ist das Detail und wenn man herausgefunden hat, wie etwas funktioniert, ist es leicht.

Ich dachte mir anfangs, für meinen kleinen Homepages sollte so gut wie jedes CMS reichen. In der Praxis zeigte sich dann, dass das in der Theorie schon richtig ist, die Praxis war dann aber doch anders. Ich schränkte meine Auswahl auf Joomla!, Drupal und Typo3 ein. Typo3 hat den Ruf, dass es nicht so leicht zu verstehen bzw. zu konfigurieren ist, sodass ich mir Typo3 als Alternative offen hielt, falls ich mit Joomla! und Drupal mir sehr wichtige Dinge nicht realisieren konnte.

Drupal LogoIch begann also esmeralda.at mit Drupal 6.4 umzusetzen und key.priv.at mit Joomla! 1.5.7 , das mittlerweile aus Wartungsgründen auf Drupal umgestellt wurde. Ein CMS verlangt häufig Sicherheitsupdates und da macht es irgendwann Sinn sich auf 1 CMS zu beschränken.  Eine Seite zu erstellen ist bei beiden nicht schwierig. Wenn es darum geht, ein Template auszuwählen, dann merkt man gleich den Unterschied zwischen beiden CMS. Ich bin grundsätzlich schon bereit das Template anzupassen, aber das sollte nicht zuviel Arbeit werden, sonst kann man gleich lernen wie man ein Template selber macht.

Meine Vorgabe für das Template war variable Breite und mit dieser Einschränkung blieb bei beiden CMS nicht viel übrig. Da ich auf meiner „privaten Homepage“ ein Foto von mir in den Kopfbereich geben wollte und bei bei allen freien (GPL) Joomla-Templates mit dynamischer Breite der Kopfbereich sehr schmal ist, fiel die Wahl dafür auf ein Drupal-Thema.

Bei Drupal gefallen mir die Templates bzw. Themen wie sie dort bezeichnet werden, von Dr. Florian Radut, Sitespring und Luka Cvrk am besten. Florian hatte ich ein Email bzgl. seines Themas geschickt und ich möchte mich an dieser Stelle für sehr seine sehr nette, freundliche und hilfsbereite Art bedanken.

Bei Joomla! entsprachen die Templates von Raduga und Michael Casha am ehesten meinen Vorstellungen.

Mit Drupal ging es sehr schnell voran, bis ich nicht mehr weiter wusste, sodass ich beschloss mir Joomla! anzusehen. Ich freute mich sehr, denn mit Joomla! kam ich viel schneller zurecht. Es ist für einen Anfänger wichtig, dass man mit der Grundinstallation bereits einiges schafft. Bei Joomla! wird der HTML-Editor TinyMCE automatisch mit installiert. Bei Drupal muss man sich einen Editor nachinstallieren und das kann schon zu ziemlichen Problemen führen. Ich habe es nicht geschafft TinyMCE mit Drupal zum Laufen zu bekommen, obwohl die Installation fehlerfrei durchlief. Ich vermute, es gibt irgendwo ein Problem mit den Berechtigungen und daher habe ich als Alternative den FCKEditor installiert. Der FCKEditor ist zwar im Detail auch nicht so leicht zu installieren, aber das ist machbar, wenn man im Web sucht. TinyMCE gefällt mir ein klein wenig besser als der FCKEditor. Der Unterschied ist für mich in der Praxis aber nicht besonders groß.

Joomla LogoDa ich mir für Drupal gar nicht so wenige Module nachinstallieren musste bis ich meine Vorstellungen umsetzen konnte und dies nicht sofort problemlos funktionierte, würde meine Wahl auf Joomla! fallen, wenn noch nicht genau feststeht, was man will und für Joomla! ein Template vorhanden ist, das den Vorstellungen entspricht.

Aber auch bei Joomla! muss man Module nachinstallieren, die meiner bescheidenen Meinung nach Standard sein sollten, nämlich „sprechende“ URLs und gerade das war bei Joomla! eine ziemliche Hürde, während die Modulinstallation dafür bei Drupal ziemlich einfach ist.

Man merkt also erst bei der tatsächlichen Umsetzung, mit welchem CMS man schneller weiterkommt. Will man PHP-Code in Beiträgen verwenden um zB Fotos aus einer Galerie einzubinden, ist das wiederum bei Drupal einfacher, da man bei Drupal das Kern-Modul „PHP filter“ nur aktiverien muss. Beide CMS schenken sich nichts, wenn es um Features geht, die eigentlich nach einer Basisinstalltion vorhanden sein müssten. Man muss sich als Anfänger darauf gefasst machen, immer wieder nach Lösungen zu suchen, man aber davon ausgehen kann, dass es eine Lösung gibt. Ob man es dann umsetzen kann, ist aber wieder eine andere Sache.

Gefühlsmäßig kann Drupal „feiner“ konfiguriert werden. Während man zB bei Joomla! einfach die Spalten durch Eintrag der gewünschten Zahl für die Startseite konfiguriert, muss/kann man bei Drupal mit dem Panel-Modul sehr viele Dinge definieren, dessen Zusammenhänge man aber dann auch erst verstehen muss. Auch die Bannerkonfiguration und Verwaltung ist bei Joomla! bereits in der Basisinstallation enthalten, während man bei Drupal ein Modul nachinstallieren muss. Das ad-Modul bei Drupal wollte bei mir nicht so ohne weiteres funktionieren. Bei Joomla! habe ich allerdings kein Modul gefunden, das dem „book-Modul“ von Drupal entspricht.

Ein paar Ideen erhält man auch bei einem älteren CMS-Vergleich von Hagen Graf.

Letztlich habe ich mit beiden CMS Ergebnisse geschafft, mit denen ich zufrieden bin, sodass ich mich mit einem 3. CMS nicht mehr auseinandersetzen werde. Es ist gar nicht so leicht sich in die unterschiedlichen Konzepte von 2 CMS hinein zu denken.

Joomla! Module, die ich nachinstalliert habe:

com_sh404SEF (SEF = searchengine friendly)
joomap (Sitemap)

Drupal-Module, die ich nachinstalliert habe:

ed_readmore (Einfügen einer Markierung für Weiterlesen)
fckeditor-Modul und FCKEditor (HTML-Editor)
nodetype (Ändern des Typs Artikel - Seite)
panels (mehrspaltiges Layout)
pathauto (Automatisches Erstellen eines Alias für Suchmaschinen)
token (wird von pathauto benötigt)
views (Darstellung von mehreren Seiten in einer Seite)
xmlsitemap (Sitemap)

 

Mittlerweile sinnd alle meine Homepages, die ein CMS verwenden mit Drupal realisiert:

esmeralda.at
esmeralda.uni.cc
webradio.uni.cc

 

Die Entscheidung Joomla! nicht mehr zu verwenden, fiel nur aufgrund des doppelten Aufwands bei der Wartung.  Drupal hat für meine Anwendungen ein wenig die Nase vorne, das kann man aber sicher nicht verallgemeinern.